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Weltweite Reisewarnung für 160 Länder verlängert

© Paul Kane/​Getty Images

Die Bundesregierung hat die Reisewarnung für Touristen wegen der Coronavirus-Pandemie für mehr als 160 Länder außerhalb der Europäischen Union bis zum 31. August verlängert. Die Warnung wäre am 15. Juni ausgelaufen. Allerdings kann der Status einiger Länder geändert werden, wenn die Verbreitung des Virus dort ausreichend eingedämmt ist. Bei der Beurteilung sollen Faktoren wie die Entwicklung der Infektionszahlen, die Leistungsfähigkeit der Gesundheitssysteme, Hygieneregeln, Testkapazitäten sowie Sicherheitsmaßnahmen für Touristen und Rückreisemöglichkeiten berücksichtigt werden.

Auf die Verlängerung hatten sich Auswärtiges Amt und Innenministerium am Dienstagabend geeinigt, das Kabinett hat nun den Beschluss zur Verlängerung der Reisewarnung gefasst. Diese gilt seit dem 17. März, als sie Außenminister Heiko Maas (SPD) für alle rund 200 Länder der Welt aussprach. Bislang hatte das Auswärtige Amt nur bei einer Gefahr für Leib und Leben, etwa in Kriegsgebieten, vor Reisen gewarnt, und damit eine kostenlose Stornierung ermöglicht.

Von der Reisewarnung sind auch bei Deutschen beliebte Urlaubsländer wie die Türkei, Ägypten und Thailand betroffen. Als einzige europäische Länder gehören auch Spanien und Norwegen dazu, weil dort noch Einreisesperren gelten. Für die anderen 26 Mitgliedsstaaten der EU sowie Großbritannien, Island, die Schweiz und Liechtenstein wird die Reisewarnung am kommenden Montag aufgehoben.

Corona-Pandemie - Schrittweise Grenzöffnung in der EU

Für sie soll es künftig nur noch sogenannte Reisehinweise geben, in denen über landesspezifische Risiken informiert wird. Auch darin kann von touristischen Reisen abgeraten werden – etwa im Falle Großbritanniens, wo für alle Einreisenden eine 14-tägige Quarantänepflicht verhängt wurde. Neben den betroffenen Ländern rät die Bundesregierung auch von Kreuzfahrten dringend ab. Im März hatten mehrere Kreuzfahrtschiffe wegen Infektionen an Bord Probleme, einen Hafen zu finden, in den sie einlaufen konnten.

Die Bundesregierung begründete ihren Schritt nicht nur mit dem sehr unterschiedlich ausgeprägten Infektionsgeschehen weltweit. Auch teilte sie mit, in Ländern außerhalb der EU könnten Reisebeschränkungen und Quarantänevorschriften "ohne jede Vorankündigung und mit sofortiger Wirkung" wieder eingeführt werden. Wegen solcher Maßnahmen waren im März Zehntausende deutsche Touristen im Ausland gestrandet, insgesamt holte das Auswärtige Amt 240.000 Urlauber in einer wochenlangen Aktion nach Deutschland zurück. Eine Wiederholung will die Bundesregierung vermeiden.

Quelle: https://www.zeit.de/politik/deutschland/2020-06/bundesregierung-reisewrnung-corona-krise-verlaengerung-urlaub-reisen-august-eu-ausland